Trauer um Gisela Breitling und Hartmut R. Berlinicke

Berlin, den 12.03.2018 - Die Berliner Künstlerin und Schriftstellerin Gisela Breitling ist tot. Sie starb in der Nacht zu Montag im Alter von 78 Jahren an den Folgen einer Parkinson- und Demenz-Erkrankung in einem Pflegeheim in Berlin-Lankwitz.

Gisela Breitling, geboren 1939, schuf seit den 1960er Jahren über 700 Gemälde, unzählige Drucke und Skizzen. Zusätzliche Bekanntheit erhielt sie als Autorin verschiedener Werke. Aufgrund ihres stetigen Engagements zur Gleichstellung der Frau in der Kunstwelt, bekam sie 2001 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Als Künstlerin des Realismus schuf sie ein umfangreiches Bildœuvre mit Selbstportraits, Stillleben, Frauenbildern sowie religiösen und surrealen Sujets, die international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt wurden. Zudem sind ihre Werke weltweit in renommierten Sammlungen vertreten, u.a. in der Nationalgalerie in Berlin, der Albertina in Wien, dem National Museum of Women in The Arts in Washington und im Victoria and Albert Museum in London.

Als Schriftstellerin und Autorin veröffentlichte sie Bücher, wie »Die Spuren des Schiffs in den Wellen: Eine autobiographische Suche nach den Frauen in der Kunstgeschichte« und »Der verborgene Eros: Weiblichkeit und Männlichkeit im Zerrspiegel der Künste« sowie diverse Fachaufsätze, die große Beachtung fanden.

Anfang der 80er Jahre wurde sie durch die Verbreitung ihrer Bücher zu einer wichtigen Referenz im feministischen Diskurs jener Zeit und gründete zusammen mit der Berliner Künstlerin Evelyn Kuwertz »Das Verborgene Museum«, in dem seit 1987 vorwiegend Werke von vergessenen europäischen Künstlerinnen ausgestellt werden.

1987/88 gewann sie den Wettbewerb zur Gestaltung des Turms der St. Matthäus-Kirche inmitten des Kulturforums Berlin, für den sie diverse Arbeiten zum Matthäus-Evangelium anfertigte, die heute dort ausgestellt sind.

Zuletzt stellte die Künstlerin ihre Werke in verschiedenen Gruppenausstellungen aus, u.a. im Jahr 2016 die Ausstellung »Wasser. Realismus der Gegenwart. Malerei – Grafik – Plastik« des Künstlersonderbundes im Schlämmereigebäude der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Berlin.
Ihre letzte Einzelausstellung hatte Gisela Breitling im Jahre 2014 in der Senioren-Residenz MANA, wo sie aufgrund ihrer fortschreitenden Erkrankung lebte und heute früh friedlich von uns ging.

Der Künstler und Galerist Hartmut Berlinicke aus Wildeshausen ist am vergangenen Wochenende im Alter von 75 Jahren gestorben. Der international ausgezeichnete Künstler galt als einer der bekanntesten Druckgrafiker in Deutschland. In den 60er Jahren war der Religionspädagoge, Diakon und Kunstwissenschaftler aus beruflichen Gründen aus seiner Heimatstadt Berlin nach Wildeshausen gekommen. 1968 eröffnete er die Galerie Wildeshausen. Er förderte viele junge Künstler, die später auch international ausstellten. 

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