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Zur Geschichte des Vereins
Fritz-Peter Hoppe, Vorstandsvorsitzender des Künstlersonderbundes 1999-2007

Die Gründung des »Künstlersonderbundes in Deutschland – Realismus der Gegenwart« im April 1990 war im Kern eine Sezession vom Deutschen Künstlerbund. In diesem fühlten sich zahlreiche Mitglieder, die gegenständlich-figürlich arbeiteten, nicht mehr angemessen und würdig vertreten.

Auf Initiative von Manfred Bluth wurde die Künstlervereinigung in Berlin von folgenden Gründungs-
mitgliedern ins Leben gerufen: Manfred Bluth, Giesela Breitling, Tremezza von Brentano, Johannes Grützke, Mathias Koeppel, Ludmila Seefried-Matèjková. Ziel war, dem ›Realismus der Gegenwart‹, als legitimen Teil der Moderne, ein unabhängiges und schöpferisches Forum zu schaffen. Die Mitglieder wiesen sich durch Qualität, Kontinuität und Originalität in ihren Arbeiten aus. Zugleich sollten Medien und Kunstinteressierte Öffentlichkeit besser und intensiver über den Realismus der Gegenwart informiert werden.

Der Verein wuchs schnell auf über 100 Mitglieder (aus Ost und West) an. In zwei großen und viel-
beachteten Ausstellungen 1993 und 1996 im Martin-Gropius-Bau in Berlin gelang es dem Künstler-
sonderbund, sein Programm deutlich sichtbar zu machen.

Seit 2000 versammelt der Verein mit großen Jahresausstellungen in Berlin seine Mitglieder mit Arbeiten aus Malerei, Plastik und Grafik. Insgesamt neun Kataloge dokumentieren diese Ausstellungen, ergänzt durch die Halbjahreshefte »Galerie« (seit 2002). Über einhundert Fördermitglieder unterstützen die Anliegen dieses Künstlerkreises.


Zur neuen Zielsetzung des Vereins
Christoph Wetzel, Vorstandsvorsitzender des Künstlersonderbundes 2007 – 2008

Der Künstlersonderbund in Deutschland e.V. (Realismus der Gegenwart) ist ein landesweiter Zusam-
menschluss von über einhundert Künstlern, die sich in ihren Arbeiten einem gegenständlich-figurati-
ven Realismus verpflichtet fühlen, im Wissen um eine große Tradition.

Gegründet 1990 in Berlin, verstand er sich ursprünglich als Sezession vom Deutschen Künstlerbund, bezieht aber heute eine eigenständige Position. Schon 1903 hatten sich die »Berliner Secessionisten« unter der Leitung von Max Liebermann und Lovis Corinth eine künstlerische Abgrenzung vom Akademismus und die Unterstützung jüngerer Künstler – die späteren Expressionisten – zum Ziel gesetzt.

In einer Zeit der Bildüberflutung durch die Medien ist der Realismus für die Künstler dieses Sonder-
bundes kein Prinzip, keine einengende Theorie, sondern die Ehrfurcht vor dem Lebendigen, der erfahrbaren Wirklichkeit. Die Vielfalt der Handschriften eint ein hoher Anspruch an künstlerische wie handwerkliche Qualität innerhalb einer ›lesbaren‹ Bildsprache. Diese Grundhaltung wird in Ausstel-
lungen und Publikationen sichtbar. Eine solche Künstlervereinigung ist in jenem selbstgestellten Anspruch einmalig in Deutschland.

In der Maßstabslosigkeit und Anonymität der unüberschaubaren Kunstszenerie soll das Logo des KSB auf das »Maß in den Dingen« hinweisen: »EST MODUS IN REBUS«.

In Ausstellungen, Ateliergesprächen, Realismusforen oder der halbjährlich erscheinenden Informa-
tionsbroschüre »Galerie« soll der Dialog über den Realismus der Gegenwart geführt werden. In einer alljährlichen Jahresausstellung ziehen die Künstler Bilanz über ihr aktuelles Schaffen.

Der KSB ist kein kommerziell ausgerichteter Verein. Er verzeichnet etwa 120 Fördermitglieder, bei denen er sich am Jahresende mit der nummerierten und signierten Sonderedition eines Künstlers, der »Jahresgabe«, bedankt.

1993 und 1996 gelang es, in zwei großen Ausstellungen im Martin-Gropius-Bau in Berlin, realistische Kunst eindrücklich zu präsentieren. So auch 2006 im Berliner Museum für Kommunikation. Bisher
vorwiegend in Berlin präsent, wird der KSB künftig durch bundesweite Ausstellungen auf sich aufmerksam machen.

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